Es war einmal...

...im Jahre 1817 ein Pächter der Domäne Wehnde bei Göttingen, Carl-Wilhelm Lueder genannt. Dieser Herr Lueder beschloss, das 770 ha grosse Rittergut Redewisch für seinem Sohn Johann Carl zu kaufen. Damals konnte er natürlich nicht ahnen, dass er unwissentlich den ersten Grundstein für das heutige Hotel legte.

Das 1945 noch etwas 550 ha grosse Gut, wurde bis zum Ende des 2. Weltkrieges von der Familie Lueder überwiegend landwirtschaftlich genutzt und traditionell von Generation zu Generation weitervererbt.

Im Herbst 1945 wurde unter den Decknamen "Bodenreform" allen Gutsbesitzern mit Betrieben über 100ha Grösse jedoch nur in der sowjetischen Besatzungszone ihr gesamtes festes und bewegliches Eigentum entwendet.

Hierzu gehörte auch Redewisch und Wichmannsdorf und somit das gesamte Eigentum der Familie Lueder. Das Haus diente als Unterkunft für Flüchtlinge und ab etwa 1952 wurde es als Ferienheim für ein Erfurter Wohnungsbaukombinat genutzt.

 

Der 1934 geborene Architekt Carl-August Lueder jun. lebte mit seinen Eltern und Geschwistern bis zum Herbst 1945 auf der Staatsdomäne Wichmannsdorf, dem Nachbarsgut von Redewisch. Carl-August Lueder jun. hat beide Güter erst Ende 1989 wieder gesehen.

Von den vielen Gebäuden, die einstmals die Höfe ausmachten, waren jeweils nur das Gutshaus und ein Wirtschaftsgebäude erhalten geblieben. Jedoch nicht in dem besten Zustand und dieser verschlechterte sich in den folgenden zehn Jahren Treuhandverwaltung erheblich. Trotzdem oder gerade deswegen, sollte das "Redewischer Haus" unbedingt wieder in Familienbesitz zurück.

 

Es gelang aber erst am 15.10.1999, als Ole Lueder (jüngster Sohn von Carl-August Lueder jun.) 3 ha ehemalige Hoffläche mit dem frühklassizistischem Herrenhaus zurückkaufen konnte. Der lange Verhandlungszeitraum, in dem sich der Gebäudezustand immer mehr verschlechterte, ergab sich daraus, dass die Treuhand erkannte, dass sich die Lueders "festgebissen" hatten, weshalb die Treuhand den Kaufpreis ständig nach oben korrigierte.

Die damaligen Verhandlungen gingen zwei Schritte vor und einen zurück, bis es dann endlich mit dem Rück-Kauf doch noch klappte.

 

Nunmehr konnten Ende 1999 endlich die überfälligen Gebäudesicherungsmassnahmen durchgeführt und Anfang 2000 die eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden.

Nach einer etwa 1 1/4-Jährigen Bauzeit würden das Hotel und Restaurant Redewisch, die wieder in alter Schönheit erstrahlten, eröffnet.

Und seitdem empfängt Ole Lueder und sein Team viele zufriedene Gäste und umsorgt diese - nicht selten schon Stammgäste - mit wahrer Leidenschaft.